Ökologische Linke: Wir kämpfen gegen den Schrecken an der Ostsee. Seite 1 von 2


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Wir kämpfen
gegen den
Schrecken
an der Ostsee
Wir kämpfen gegen den Terror, der
weltweit vom Kapital ausgeht und sich
in den Absprachen des G8 Gipfels vom
6. bis 8. Juni 2007 in Heiligendamm
widerspiegelt, dieser Schrecken, diese
Verbrechen an Mensch und Natur, die hier,
und furchtbarer noch im Trikont (den drei unterentwickelt gehaltenen Kontinenten
Afrika, Asien und Lateinamerika), an
Milliarden Menschen und an der Natur
begangen werden.
Wir haben längst begriffen, dass die PropagandistInnen
des Kapitals höchst unterschiedliche
Proteste gegen die weltweiten sozialen
Probleme zu islamischem Fundamentalismus
umlügen. Aber was hat der Widerstand gegen
die gnadenlose Ausbeutung des Menschen
und die Vernutzung der Natur mit dem islamischem
Fundamentalismus zu tun? Ursächlich
nichts. Der Terror des Kapitals ist hausgemacht.
Islamische, christliche oder sonstige
Fundamentalismen gewalttätiger Art sind
falsche und politisch zu bekämpfende Erscheinungen; den Terror, den Kapitalismus/Imperialismus
ausüben.
Im kapitalistischen Weltmarkt herrscht der
Zwang zur Profitmaximierung. Aus der
Konkurrenz schöpft der Kapitalismus sein
Potenzial, die Produktion explosionsartig zu
erweitern, neue Maschinen und Technologien
zu entwickeln und die Gesellschaft mit seinen
Waren zu überschwemmen. Dabei spielt es
für die Konzerne und Betriebe keine Rolle,
ob sie nützlich oder schädlich sind. Das
menschenverachtende Verwertungsinteresse
des Kapitals zielt auf jedes Bedürfnis und auf
jede Lebensäußerung des Menschen.
Der Kapitalismus ist bereit, die Welt kaputt zu
machen. Mit seinen Profiten häuft das Kapital
Leichenberge an. Die Ärmsten trifft es immer
zuerst. Während Menschen in durch die
Klimakatastrophe ausgetrockneten Regionen
verhungern, verdursten und am Mangel
an sauberem Wasser sterben, ertrinken andere
in tödlichen Wasserfluten wie 2005 in und Wüstenbildung vernichtet. Die Produktiv- und
Destruktivkräfte werden hemmungslos,
ohne Rücksicht auf ihre sozialen und ökologischen
Folgen entwickelt.
Drei Viertel der Menschheit lebt in Armut und
Elend. Obwohl weltweit mehr als genug
Nahrung für alle Menschen produziert werden
kann, verhungert in jeder Sekunde auf der
Welt ein Mensch.
Die soziale Ungleichheit kann im Weltmaßstab
nur mittels sozialer Ausgrenzung und Rassismus
aufrecht erhalten werden. Die kapitalistischen
Zentren schotten sich gewaltsam gegen
Flüchtlinge ab. Wie groß die Verzweiflung
vieler Menschen ist, wird spätestens dann
sichtbar, wenn ihre Leichen an die Strände
Südeuropas gespült werden. Um ihrem Elend
und ihrer aussichtslosen Lage zu entkommen
riskieren sie ihr Leben.
So prallen die Elendsflüchtlinge auf die
Wohlstandsflüchtlinge, die für ein paar Tage
an diesen Stränden der Leere ihrer auf andere
Art perspektivlosen Lebensform entkommen
möchten. Um diese Begegnung, die den Schrecken sichtbar macht, zu verhindern,
werden die Flüchtlinge in Nordafrika auf
Anordnung EU-Europas in Lager gesperrt. Mit
Grenzzäunen wie zwischen den USA und
Mexiko und zwischen Europa und Marokko in
Melilla verhindert das Kapital bzw. seine
staatlichen AgentInnen, dass in die kapitalistischen
Zentren hineinkommt, wer dem Kapital
nichts nützt. Die einen verhungern oder
ertrinken, die anderen werden erschossen, wie
2005 sechs Menschen am Grenzzaun von
Melilla als sie versuchten, die Grenze in einem
Massenansturm zu überwinden.
Der ökonomische Angriff des Kapitals auf die
Staaten des Trikont wird mit den Instrumenten
des IWF, der Weltbank und der WTO geführt.
Hinzu kommen zunehmend imperialistische
Kriege und Stellvertreterkriege, die dort betrieben
werden, wo regionaler Widerstand das
Kapital beim reibungslosen Verwertungsprozess,
bei der Versorgung mit Rohstoffen für
das hemmungslose kapitalistische Wachstum
sowie beim freien Zugang zu Märkten stört. In den kapitalistischen Zentren verfolgen das
Kapital und seine staatlichen HelferInnen
die Menschen mit immer ausgeklügelterer
Überwachungstechnologie und mit dem mit
der kapitalistischen Produktion verbundenen
Zwang zur Lohnarbeit, zur Entfremdung und
zu körperlichem und auch psychischem Elend.
Der Kapitalismus hat Reichtum gebracht -
dem Kapital. Für den Fall, dass sich die
Menschen doch auflehnen, greifen Staat
und Kapital statt zu struktureller zu direkter
Gewalt: Sie lassen ihre Lakaien Arme ausrenken,
Knochen brechen, Schädel einschlagen,
lassen Gummigeschosse in Körper jagen
und Kampfgas in Augen, Lungen und Nervensystem
eindringen. Sie riskieren unser Leben
mit 50 000-Volt-Stromschlägen und tragen die
Schusswaffen immer griffbereit.
Das Kapital muss die Menschen in den
kapitalistischen Zentren mit der Teilhabe
am relativen Wohlstand locken. Dieses
Versprechen auf Konsum hat zwei Seiten:
eine Flut betäubender, nutzloser, schädlicher und ungesunder, aber auch hübscher, nützlicher,
arbeitserleichternder und unterhaltsamer
Produkte. Ob schön oder schädlich, über die
strukturell räuberische Herkunft der Rohstoffe,
die Krebsfolgen der Herstellung auch nützlicher
Produkte und das Gift der Abfallgebirge
ist damit noch nichts gesagt.

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